Die Gemeindeverwaltung hat auf Beschluss des Verwaltungsausschusses die öffentliche Auslegung des Entwurfs des Bebauungsplans Nr. 85 (Maisfeld) beschlossen.

 

In der Zeit vom 02.03. bis 02.04.2015 können die Planunterlagen in der Gemeindeverwaltung eingesehen werden.

 

Der Ortsverein wendet sich nicht generell gegen die Bebauung der 8,5 ha großen Fläche. Die Bebauung dieser Fläche entspricht den grundsätzlichen Zielvorstellungen, die er zusammen mit der Gemeinde vor einigen Jahren entwickelt hat.

 

Die Entwicklung des Ortes hat sich allerdings durch die einseitig durch die Gemeinde und dem Investor „durchgepeitschte“ Umwandlung des Gewerbegebietes am Küstenkanal in ein Wohngebiet so verändert, dass die zeitlich unmittelbar aufeinanderfolgende Entwicklung beider Baugebiete die Bevölkerungsstruktur und die Infrastruktur so erheblich verändert, dass frühzeitig die Gesamtauswirkungen auf den Ort geprüft werden sollten. Nach  den Berechnungen der Arbeitsgruppe „Ortsentwicklung“ des Ortsvereins, die von einem Verkehrsgutachter durch die Verwendung im Verkehrsgutachten indirekt bestätigt worden sind, werden in wenigen Jahren ca. 220 zusätzliche Wohnungseinheiten allein durch die beiden Baugebiete entstehen. Bei nur drei Einwohnern je Wohnungseinheit werden zusätzlich 660 Einwohner ( mithin zusätzlich knapp 23 %) in Hundsmühlen leben, sich hier bewegen und versorgen. Bei den ohnehin bestehenden Verkehrsproblemen eine enorme Veränderung, zumal der Verkehrsgutachter davon ausgeht, dass täglich 380 Verkehrsbewegungen innerorts und zusätzlich 380 Verkehrsbewegungen nach außerhalb über die Hunoldstr. eintreten. 

 

Wegen der Auswirkungen auf die Kreuzung „D.-D.Str./Hunoldstr. wird in einem gesonderten Artikel berichtet.

 

Die Gemeinde hat nicht den geforderten Ortsentwicklungsplan erstellt. Auch wurden Einwendungen und Bedenken von Trägern „öffentlicher Belange“ (wie z.B. der Hunte-Wasseracht und des mehrerer Abteilungen des Landkreises), die diese in einem vorgezogenen Anhörungsverfahren geltend gemacht haben, inhaltlich nicht weiter behandelt, sondern bislang ignoriert. Diese Bedenken beziehen sich auf

 

–      die gesetzliche Anforderung, flächensparende, nachhaltige Siedlungsentwicklung unter Berücksichtigung

        des demografischen Prozesses sowie der Infrastrukturfolgekosten (entspricht die Ausweisung der großen

        Baugebiete wirklich dem Bedarf? Welche Auswirkungen ergeben sich langfristig?)

–      schalltechnische Problematik des Verkehrslärms der Hunoldstr. sowie des Kreuzungsbereichs

         Dannemann-Str./Hunoldstr. auf die Baugebietes

–      fehlendes Konzept zur bedarfsgerechten Entsorgung des Oberflächenwassers mit der Gefahr des

        Rückstaus bei Starkniederschlägen (die vorhandenen Düker sind im Bereich der Vorfluter im Bereich der

        D.-D.-Str. und der Hunoldstr. bei Wöbken zu gering bemessen, um plötzlich auftretende Wassermengen

        problemlos in die Hundsmühler Marsch entsorgen zu können).      

 

Auch die von den Bürgern in der „frühzeitigen Bürgerbeteiligung“ am 30.7.2014 von den zahlreich vertretenden Bürgern vorgetragenen Bedenken und Anregungen fanden in der Planung keinen Niederschlag.

 

Der Ortsverein hat sich inhaltlich in mehreren Stellungnahmen dagegen gewendet und sieht zu einigen Planungsansätzen noch immer konkreten Handlungsbedarf. Dieser bezieht schwerpunktmäßig auf Aussagen zur verkehrlichen Anbindung an die vorhandene Bebauung, die Lage des Regenrückhaltebeckens und der Nachweis, in welcher Weise die behördlichen Bedenken beseitigt werden. Ein zur Oberflächenentwässerung zugesagtes Gutachten liegt noch immer nicht vor. Obwohl aus der Sicht der Arbeitsgruppe noch keine abschließende Entscheidungsreife besteht, betreibt die Gemeinde das öffentliche Auslegungsverfahren weiter. 

 

Insgesamt ist es dem Ortsverein bzw. der Arbeitsgruppe jedoch im Vorfeld gelungen, einvernehmlich mit dem Investor LzO/IDB und der Gemeinde eine Teil seiner Planungsziele umzusetzen. Dieses gilt insbesondere für die Freihaltung der Grünfläche neben dem EDEKA-Markt für dessen mögliche Vergrößerung und als Gemeindebedarfsfläche sowie die deutlich „abgespeckte“ Bebauung mit Geschosswohnungsbau entlang der D.-D.Str..

 

Die Frage, wie und wo Geschosswohnungsbau für Hundsmühlen überhaupt ortsgerecht ist, wurde innerhalb der Arbeitsgruppe mit dem Ergebnis diskutiert, dass 4- und 6-Familienhäuser in aufgelockerter Form verträglich sind. Dadurch wird grds. Mietwohnungsbau eröffnet, für junge Familien hoffentlich bezahlbarer Wohnraum vorgehalten und den älteren Hundsmühlern die Möglichkeit eröffnet, ihre kaum noch eigenständig zu bewirtschaften Häuser aufzugeben und in einer wohl bekannten Atmosphäre zusammen mit Bekannten ihr Leben zu gestalten.

 

Die Arbeitsgruppe geht mit Blick auf das auch von der Gemeinde immer wieder betonte Problem des Demografieprozesses und die Lösung der sich daraus ergebenden Anforderungen, deshalb davon aus, dass auch gezielt seniorengerechter Wohnraum geschaffen und angeboten wird.

 

Als sehr positiv ist die Absicht der Gemeinde zu beurteilen, in Hundsmühlen zusammen mit einem Investor ein „Haus der Familie“ - ein Generationen übergreifendes Begegnungszentrum zu errichten.

    

Die Arbeitsgruppe wird auch in diesem Auslegungsverfahren seine noch bestehenden Bedenken geltend machten  und Planänderungen anregen.

 

Leiter der Arbeitsgruppe „Ortsentwicklung“

 

Winfried Koslowski

Tel.: 0441-503742